Meine Insipirationen ...

... überfallen mich überall.



Bild: † Karl Jungschlaeger/Aachen

Selten habe ich nach Ideen gesucht. Meistens springen sie mich an – beim Duschen, auf der Straße, im Auto – irgendwo im Alltag zwischen zwei Gedanken. Sie lassen mich nicht mehr los, bis ich sie festhalte. 
Auf ein bestimmtes Genre nehmen sie keine Rücksicht.

Meine Texte speisen sich aus philosophischen, ethischen und psychologischen Fragen. Erzählt werden sie am liebsten im Gewand des Märchenhaften und Fantastischen. Dort dürfen Gedanken Umwege nehmen, Bilder sprechen und Wahrheiten auftauchen, ohne erklärt werden zu müssen.

Ich erzähle gern – oft auch für Kinder, junge Menschen und für jene, bei denen Kindheit oder Jugend Spuren hinterlassen haben. Vielleicht zeigt sich das in meinen Geschichten eher unbewusst. Und vielleicht sind es gerade Erwachsene und Ältere, die sie deshalb gern hören: weil sie an ihre eigene Kindheit erinnern – oder an eine, die sie gern gehabt hätten.

Nicht, um Werte zu lehren, schreibe ich, sondern um Neugier zu wecken. Denn neben eigenen Erfahrungen können gerade Geschichten Räume öffnen, in denen Mitgefühl, Verantwortung und Selbstdenken entstehen dürfen.

Werte, die man entdecken kann, bleiben lebendig.
Werte, die zu früh zum Was-man-tun-muss statt zum Was-man-tun-will werden, haben es schwer, sich ohne Schaden für die Seele zu verinnerlichen.

Vielleicht ist das der Kern meiner Arbeit: dem Erzählen zu vertrauen – dem Leben, das Freude sucht, inmitten von anderem Leben, das Freude sucht. Ein Gedanke, der mich seit langem begleitet und den ich, in Anlehnung an Albert Schweitzer, weitergeführt habe.

Ein Gedanke, der mich darin bestärkt, dass Menschlichkeit dort am stärksten wächst, wo sie nicht eingefordert, sondern eingeladen wird.

„Nach innen geht der geheimnisvolle Weg.
In uns und sonst nirgends.“
Novalis