Das Wort 

 

Das Wort, welch köstliche Gabe! 
Mein Mund sich herrlich daran labe. 
Wie Speise ernährt es die Seele, das Sein, 
vermag zu erlösen von jeglicher Pein. 
 
Das Wort, welch himmlische Schöpfung! 
Formt und gestaltet Verwundung und Heilung, 
malt Bilder zum Sehen - dem Fühlen zu gleichen,    
verlangt nur ein Ohr als liebendes Zeichen. 
 
Das Wort, welch göttliche Kunst! 
Poeten und Schreiber erfreut diese Gunst. 
Es würdig zu kleiden in Rhythmus und Klang, 
den Rahmen zu setzten, verzierend zum Dank. 
 
Das Wort, welch machtvolle Kraft! 
Die baut und auch Zerstörung schafft. 
Mal zärtlich gehaucht - mal barsch gefaucht, 
als heiliges Mittel zum Zweck oft missbraucht. 
 
Das Wort, welch reicher Besitz! 
Der Taube will ‘s hören, der Stumme vermisst ‘s. 
Doch helfen die Sinne, zu mildern den Schmerz, 
trifft beides zusammen ein einziges Herz! 
 
Doch dort, wo die Ewigkeit beginnt im Menschen 
dort muss es halten, da sind die Grenzen. 
Statt seiner drängen Jauchzer und Seufzer herüber und flieh’n in ein Land 
- mit dem Atem vereinigt aus Tiefen und Weiten - 
in die Höhe als Pfand.